Nach den Angriffen begannen die Vereinigten Staaten von Amerika einen weltweiten Kampf gegen den Terror. Alle Länder und internationale Organisationen dieser Erde waren sofort bereit, die USA hierbei zu unterstützten. Bei diesem Kampf gegen den Terror und alle den Terror unterstützende Elemente wurde schwerpunktmäßig auf militärische Maßnahmen zurückgegriffen. Allerdings ist heute deutlich zu erkennen, daß trotz mancher Erfolge der Kampf noch keine durchschlagende Lösung gebracht hat.
Eine der Ursachen hierfür ist darin zu sehen, daß die Strategie der Terrorbekämpfung sich weitgehend im Rahmen militärischer Maßnahmen bewegt und daß begleitende, das militärische Vorgehen unterstützende Unternehmungen auf erzieherischer und kultureller Ebene vernachlässigt wurden. Denn den Terror, der ein sozio-psychologisches und ideologisches Problem darstellt lediglich mit militärischen Maßnahmen wie den Sturz von Regimes, die den Terror unterstützen, beseitigen zu wollen ist falsch. Dies würde sowohl eine Tragödie bedeuten, bei der unschuldige Menschen ihr Leben verlieren können, wie auch ein neuer Faktor, der die Radikalisierung und somit auch den Terrorismus nährt. Die völlige Beseitigung des Terrors ist möglich mit der gedanklichen Auseinandersetzung, die die Propaganda terroristischer Gruppen wirkungslos werden läßt; eine militärische Auseinandersetzung kann nur bis zu einem gewissen Punkt von Nutzen sein.
Aus diesem Grund ist es notwendig, den Kampf gegen den Terror im Rahmen der internationalen rechtlichen Bestimmungen zu führen und so weit wie möglich friedliche Maßnahmen zu verfolgen. Es darf nicht vergessen werden, daß jegliche Unternehmungen, die die grundlegenden Menschenrechte nicht beachten und die dazu führen, daß Zivilisten ihr Leben verlieren, ihren Schatten auf einen mit Recht begonnenen Kampf werfen.
Es ist wichtig, daß sich die Führung der USA bei der Strategie gegen den Terror diese Tatsachen vor Augen hält. Zunächst ist das ideologische und psychologische Umfeld des Terrors aufzuheben. Die Hauptquelle, die den "Islamischen Terror" nährt und von der angenommen wird, daß sie hinter den Anschlägen vom 11. September steht, sind einige radikale Gruppen, die den Islam falsch auslegen und als Motiv auf ihrer Suche nach Gewalt benutzen. Was getan werden muss ist, dem wahren Islam zur Herrschaft zu verhelfen und den Menschen anstelle des falschen Islamverständnisses, das dem Terror Tür und Tor öffnet, die wahre, auf den Quran gestützte Moral der Religion zu lehren.
Außerdem führt das Bemühen der USA, das Problem gewissermassen “von außen” zu lösen nicht zum gewünschten Erfolg. Ebenso wie das Problem dadurch entstanden ist, daß einige Menschen die Islamische Moral falsch erklärten und verdreht darstellten, so muß auch die Lösung aus der Islamischen Welt kommen. Es ist Aufgabe der Muslime, dafür zu sorgen, daß die Islamische Moral richtig verstanden wird und diejenigen, die den Islam falsch verstehen und praktizieren, von ihrem Tun abzubringen. Die Politik, die die USA diesbezüglich zu verfolgen haben ist, eine Lösung zu unterstützen, die aus der Islamischen Welt selbst kommt und dieser Lösung den Weg zu bereiten. Diese Lösung besteht in der Gründung der Islamischen Unlon.
Eine Annäherung Amerikas in dieser Form ist natürlich viel ersprießlicher sowohl für die USA, wie auch für die Islamische als auch für die gesamte Welt. Darüber hinaus muss die amerikanische Führung sehr vorsichtig sein und darf den falschen Einflüsterungen von Ideologen und Strategen, die von der falschen Vorstellung eingenommen sind, den Islam als feindliche Religion und Zivilisation zu betrachten und die von dem heftigen Wunsch nach einem blutigen Krieg zwischen dem Westen und der Islamischen Welt besessen sind, keinen Glauben schenken. Solche Kreise bemühen sich beharrlich, die Politik der Terrorbekämpfung der amerikanischen Führung als "Kampf gegen den Islam" zu brandmarken. Die aufrichtigen Erklärungen der amerikanischen Führung, insbesondere von Präsident Bush, die das Szenario eines Krieges des Westen gegen den Islam strikt ablehnen, zeitigten nach dem 11. September positive Ergebnisse. Allerdings ist es notwendig, aus diesen Erklärungen resultierende Politik so zu betreiben und darzustellen, daß sie auch von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen werden kann.
Paul Wolfowitz, der amerikanische stellvertretende Verteidigungsminister, ist einer der Theoretiker der “Bush Doktrin”, die nach dem 11. September erarbeitet wurde. |
Es ist natürlich, daß die USA, die heute die einzige Supermacht auf der Welt sind, politische Pläne und Strategien bezüglich der unterschiedlichen Weltregionen besitzen. Auch gibt es Beispiele dafür, daß das Eingreifen der USA zeitweise positive Ergebnisse nach sich gezogen hat. So war das militärische Eingreifen der USA gegen die Serben sehr effizient und stoppte deren Angriffskrieg gegen Bosnien-Herzegowina und gegen den Kosovo in den 1990er Jahren. Hier war es von Bedeutung ob die USA die Rechte unterschiedlicher Gruppen bewahrten, ob sie eine gerechte, die Menschenrechte achtende und friedliche Politik verfolgten und ob sie internationales Recht beachteten.
Die Strategie eines vorbeugenden Angriffs, eines Präventivkriegs, die von manchen politischen Zirkeln in den USA vertreten wurde, ist eine in höchstem Maße riskante Strategie. Die Befürworter dieser Strategie nehmen Konsequenzen in Kauf, um ein vielfaches über das legale Recht auf Verteidigung eines jeden Staates hinausgehen. Entsprechend dieser wahnwitzigen Ansicht wird mit der Behauptung, später könne sich daraus eine Bedrohung für die eigene Sicherheit entwicklen, die Grundlage für jeden weiteren Angriff geschaffen. Dies bedeutet nichts anderes als alle Probleme militärisch lösen zu wollen. Jedoch ist klar, daß durch die Anwendung von ausschliesslich militärischen Maßnahmen kein absoluter Erfolg erreicht werden kann. Die Geschichte ist voller solcher Beispiele.
Entsprechend dieser Logik stützen sich die internationalen Beziehungen nicht auf Recht, sondern auf Stärke. Die "Demonstration der Stärke" Amerikas soll den Feinden "äußerst wirkungsvoll" zeigen, daß die Nation immer noch stark ist. Doch die Hardliner unterliegen dem Irrtum zu glauben, daß Amerika nur durch Krieg seine militärische Überlegenheit aufrecht erhalten kann und jederzeit der zuerst Angreifende sein muß. Die Vertreter solch paranoider Ansichten befinden sich jedoch in der Minderheit.
Wenn auch die Vertreter einer Strategie der Stärke von Zeit zu Zeit an Gewicht in der amerikanischen Politik gewinnen, so gibt es in den Führungs- und Beratungskadern zahlreiche Personen, die die Notwendigkeit vertreten, eine ausgeglichene und friedliche Politik zu verfolgen.
Die Notwendigkeit ist klar, daß sich die USA und die anderen Staaten dieser Welt friedlich verhalten und unter allen Bedingungen den Frieden verteidigen und unterstützen müssen. Zirkel, die das Recht des Stärkeren vertreten und glauben, Probleme würden mit dem Einsatz von Stärke gelöst, bringen ihre Länder in eine Sackgasse.
Das 20. Jahrhundert war voller Kriege, die Millionen Menschen töteten und schwere materielle Schäden verursachten. In diesem neuen Jahrhundert muss die Menschheit friedliche Lösungen für all solche Probleme suchen. |
Die Tatsache, dass Krieg keine Lösung ist, wurde vielfach von amerikanischen Bürgern und der Zivilgesellschaft ausgedrückt, unter anderem vom Amerikanischen Nationalen Kirchenrat. Viele religiöse Führer haben festgestellt, dass fromme Amerikaner für den Frieden sind. “United for Peace and Justice” ist eine NRO, die im Internet zum Frieden aufruft. “Veterans against the Iraq war” ist eine andere NRO, die eine Antikriegskampagne durchführt. |
Zudem haben die Kreise der Hardliner zu bedenken, welches Beispiel sie mit den von ihnen vorgeschlagenen Massnahmen abgeben. Man muss bedenken, in welch immenses Chaos und welche Art Krieg die Welt schlittern würde, wenn auch andere Staaten, die über Nuklearwaffen verfügen, wie Russland, China, Indien und Israel eine ähnliche präventive Strategie praktizierten. Selbstverständlich besitzen die USA wie alle Staaten der Welt das Recht, die eigenen nationalen Interessen zu schützen und sich einer Gefahr gegenüber zu verteidigen; auch die internationale Gemeinschaft erklärte dies nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Selbstverständlich darf das Recht auf nationale Selbstverteidung nur im Rahmen des bestehenden internationalen Rechts ausgeübt werden. Andernfalls ist es unausweichlich, daß die Ausführenden nicht nur ihre eigenen Staaten in eine Krise stürzen, sondern auch den Weltfrieden bedrohen.
Hält man sich dies Gründe vor Augen, dann wird erkennbar, daß die amerikanische Führung ihre Strategie überprüfen muß. Ein Amerika, das den Weltfrieden schützen und Stabilität gewährleisten will, darf nicht den Weg der Härte und Gewalt einschlagen, sondern muß ausgeglichen und gerecht agieren.
Beim Kampf gegen den Terror müssen die USA insbesondere kulturelle Bemühungen unterstützen. Die Demaskierung der Ideologien, die für sich in Anspruch nehmen, Probleme mit Gewalt lösen zu dürfen, die zwischenmenschliche Beziehungen auf Profit beschränken und Aggression legalisieren, entzieht dem Terror die Basis. Anstelle solcher Ideologien, die den Menschen verderben und der religiösen Moral entgegenstehen, sind die Verbreitung der religiösen Moral, Gewissenhaftigkeit, tolerantes Verhalten, Liebe und Barmherzigkeit eine bleibende Lösung für das Problem des Terrorismus und für viele andere gesellschaftliche Probleme.
Dabei könnten die USA mit zivilen Organisationen zusammenarbeiten. In letzter Zeit ist bei diesen Organisationen eine erfreuliche Entwicklung zu erkennen. Damit die Probleme jedoch vollständig gelöst werden können, muß nicht nur der Umfang ihrer Aktivitäten vergrössert werden, sondern auch die Aktivitäten selbst bedürfen staatlicher Untertützung.
Die amerikanische Führung darf nicht vergessen, daß auch die grundlegenden Werte des Christentums gegen Feindschaft und Krieg sind. Gott befahl den Menschen, kein Chaos anzustiften und Ruhe und Sicherheit nicht zu zerstören. Ein Amerika, das dem Glauben Wert beimisst darf nicht Angst und Sorge, sondern muss Ruhe und Sicherheit bringen und mit seinem friedlichen Auftreten der ganzen Menschheit ein Beispiel sein. Die Mitglieder der Bush Regierung, die sich für gläubige Christen halten, sollten sich daran erinnern, daß nach der Bibel der Prophet Jesus (a.s) selbst ihnen mit den Worten "Selig sind die Friedfertigen…" (Matthäus 5,9) befahl, Botschafter des Friedens auf Erden zu sein.
Amerikanische Geistliche verassten in diesem Zusammenhang Aufrufe an die amerikanische Führung. Der Brief, der vom nationalen amerikanischen Kirchenrat mit nahezu 50 Unterschriften versehen an Präsident Bush gerichtet wurde, ist ein Beispiel dieser Aufrufe. Der Brief, der in den Tagen vor dem Irakkrieg verfasst wurde, enthält die Mahnung:
Die beiden Weltkriege verursachten große Zerstörungen und töteten Millionen Menschen. Die Menschheit brauchte lange Zeit, um ihre Wunden zu heilen. |
Der Erste Weltkrieg, bei dem 8,5 Millionen Menschen ihr Leben verloren, führte von Europa bis in den Mittleren Osten hinein auf breiter Front zu großen Verlusten. Auch der Zweite Weltkrieg, endete äußert blutig; 55 Millionen Menschen starben. Überdies brachte dieser Krieg Grausamkeiten, wie sie selten in der Geschichte vorkommen und die Vernichtung von Millionen Menschen in den Vernichtungslagern der Nazis.
Die beiden Kriege genügten den Menschen nicht um zu lernen, welch große Katastrophe ein Krieg ist. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es Auseinandersetzungen und Kriege in den verschiedensten Regionen der Welt und die Völkermorde gingen weiter. Aufgrund der politischen Leidenschaften und der Profitsuche einiger weniger Personen starben Millionen von Menschen, blieben Zehntausende behindert, wurden Städte verbrannt und zerstört. Es blieb nicht nur bei physischen Schäden; bei vielen Menschen war der Krieg die Ursache für ernsthafte psychische Probleme und die heillose Verwirrung des Seelenfriedens einer ganzen Generation. Es ist das Werk von Kriegen, wenn Menschen allein durch das Wort Bombe oder nur durch den Anblick einer Uniform von Entsetzen befallen werden oder Zitter- und Angstanfälle erleiden und große Probleme haben sich in die Gesellschaft einzufügen.
All diejenigen, die glauben unsere heutigen Probleme durch Krieg lösen zu können, die ihre Hoffnung allein auf militärische Maßnahmen setzen und die im Mittleren Osten und anderen Regionen der Welt neue Kriege planen, all diejenigen sind ein weiteres Mal an die menschlichen Tragödien zu erinnern und müssen von ihren Plänen abgebracht werden.
So schätzte der Vorsitzende des Komitees für Auslandsbeziehungen im amerikanischen Senat, Senator Joseph Binden die Kosten auf etwa 100 Milliarden Dollar. Binden fügte an, daß sich in dieser Summe nicht die 50 Milliarden Dollar befänden, die für den Wiederaufbau des Irak benötigt werden und veranschlagte die Gesamtkosten auf etwa 150 Milliarden Dollar. Im Moment scheint der Krieg mit dem Sieg Amerikas beendet zu sein und vielleicht blieben die Kosten auch innerhalb der berechneten Limits. Allerdings rechtfertigt diese Tatsache die Ausgabe dieser Summe für einen Krieg anstelle für den Wohlstand der amerikanischen Bevölkerung ebenso wenig wie es die Tragödien ungeschehen macht, die sich während des Krieges ereigneten.
Die 100 Milliarden Dollar sind der dreifache Betrag der Ausgaben für die Schulbildung aller US-amerikanischen Kinder im Alter von 6-12 Jahren und der vierfache Betrag des Budgets für internationale Beziehungen. Mit dieser Summe ist es möglich, für die Dauer von fünf Jahren die Krankheitskosten aller unversicherten amerikanischen Kinder zu begleichen. Es ist ein abschreckendes Beispiel, daß das Geld, das dazu hätte verwendet werden können, den Lebensstandard des amerikanischen Volkes zu verbessern für einen Krieg ausgegeben wurde, in dem Tausende von Menschen starben. Außerdem muß daran erinnert werden, daß dies eine Berechnung unter Berücksichtigung der günstigsten Umstände ist. Viele Experten meinen, daß – unter Berücksichtigung der potentiellen Risiken nach dem Krieg – die Kosten nicht auf ihrem jetzigen Stand bleiben werden.
Auch zeigen die unterschiedlichen Kriege, die Amerika in seiner Geschichte geführt hat, daß diese teurer wurden, als geplant. So plante der Finanzminister Präsident Lincolns, daß der Bürgerkrieg den Norden 240 Millionen Dollar kosten würde; das Kriegsbudget jedoch wuchs dann um das 13-fache der Planungen auf 3 Milliarden 200 Millionen Dollar. Für den Vietnamkrieg wurden im Budget des 23 Jahres 1966 10 Milliarden Dollar bereitgestellt und man schätzte, daß der Krieg im Sommer 1967 zu Ende sein würde. Der Krieg dauerte jedoch bis 1973 und belastete das Budget mit 110-150 Milliarden Dollar. Der Vietnam Krieg, von dem man sicher war, daß er in kurzer Zeit zu einem Ende kommen würde, forderte durch kampfhandlungen Tod von 47.000 amerikanischen Soldaten. 11.000 Soldaten starben aus anderen Gründen und 303000 Soldaten wurde verletzt. In dem Krieg, in dem mehr als 1 Million Zivilisten ihr Leben ließen, starben 225.000 vietnamesische Soldaten und 570.000 Soldaten wurden verletzt. 24
Diese Tatsache, die von zahlreichen amerikanischen Strategen und Intellektuellen beschrieben wird, schildert der bekannte Wirtschaftswissenschaftler und Lehrbeauftragte an der Yale Universität, Prof. William Nordhaus in einem von ihm verfassten Bericht mit dem Titel "The Economic Consequences of a War With Iraq" (Die Wirtschaftlichen Konsequenzen eines Krieges mit dem Irak) in dem Kapitel "Ergebnis und Vorschläge" folgendermaßen:
Das alleinige Vorgehen aus politischen Gründen, also vorzugehen ohne insbesondere die Unterstützung der Islamischen Länder zu erhalten, wird sowohl der Grund für die Beunruhigung maßvoller Kreise sein, wie es auch den Boden für radikale Bewegungen vorbereiten wird... 25
Dieser Krieg ist Teil einer neuen Strategie Amerikas für den Mittleren Osten. Diejenigen, die diese Strategie entwickelten, beschlossen bereits im Jahre 1997, daß ein Angriff Amerikas zur Entmachtung Saddams erforderlich sei. Das erste Zeichen in dieser Richtung kam Mitte des Jahres 1997. Eine Gruppe von Strategen in Washington begann unter dem Einfluss der israelischen Lobby Szenario der Besetzung des Iraks zu rechtfertigen. Zu der Gruppe gehörten Donald Rumsfeld und Richard Cheney, die später unter der Regierung George W. Bush Verteidigungsminister bzw. Vize-Präsident wurden. Gingen sie auch mit der logischen Überlegung wie der Gründung einer stabilen Welt unter der Führung Amerikas an die Arbeit, so wurden sie doch unter dem Einfluß der israelischen Lobby von dem Gedanken vereinnahmt, daß zu diesem Zweck ein Krieg im Nahen Osten notwendig sei. Diese Überlegung ist ein ernsthafter Fehler. Ein Krieg hat niemals eine ordnende Wirkung. Ganz im Gegenteil ist Krieg eine Situation, die die bestehende Ordnung vernichtet und den Menschen Verluste zufügt. Es ist eine historische Tatsache, daß Stabilität den Frieden schützt.
Die Beziehung der Kriegsbefürworter zu Israel sorgte für ernste Debatten in Amerika. Patrick Buchanans Artikel, "Wessen Krieg?" befasst sich mit Informationen der Medien über dieses Thema. “Ist er gut für die Juden?” heißt ein Artikel der New York Times, der die Vorteile beleuchtet, die Israel aus der Invasion des Irak zieht. Die beiden Artikel im National Review lenkten die Aufmerksamkeit auf den Irrtum, alle Juden seien für den Krieg. |
Tatsächlich begannen Donald Rumsfeld, Vize- Präsident Dick Cheney und eine kleine Gruppe von konservativen Ideologen bereits im Jahre 1997 den Einmarsch Amerikas in den Irak zu verteidigen – 4 Jahre vor den Terrorangriffen vom 11. September und drei Jahre vor dem Amtsantritt von Präsident Bush.
Palästina muss ein Land sein, in dem Juden, Christen und Muslime in Frieden zusammen leben können. Es ist möglich, die Sicherheit wieder herzustellen, die es einst unter Muslimischer Herrschaft gab. |
Was war der Grund dafür, daß die Mitglieder des PNAC so entschlossen auf dem Sturz von Saddam bestanden? Hierzu steht in demselben Artikel folgendes:
Auch wenn der PNAC in seinen politischen Veröffentlichungen über den Irak Erdöl im Hintergrund beläßt, so erscheint es nicht als die treibende Kraft. Ian Lustick, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Pennsylvania und Experte für den Mittleren Osten, lenkt bei seiner Kritik an der Bush-Politik das Interesse darauf, daß das Erdöl als Faktor betrachtet wird, der die Kriegskosten decken soll. Schmitt vom PNAC jedoch sagt "Ich bin Texaner und alle Bekannten im Erdölgeschäft sind gegen einen Krieg". Denn "Der Erdölmarkt will keine Instabilität". Professor Lustick zufolge kann die wahre und verheimlichte Motivation (für den Krieg) Israel sein. Die Falken der Bush-Administration meinen, das eine Machtdemonstration im Irak die Palästinenser zur Zustimmung zu einem für Israel vorteilhaften Friedensplan überzeugen könnte. 27
So ist also der verlängerte Arm Israels in den USA der eigentliche Architekt des Projektes des Überfalls auf den Irak. In dieser Phase zeigte sich ein weiteres Mal, daß die mittelöstliche Politik der USA von Israel in äußerst unausgewogener Weise beeinflusst wird. Einige israelfreundliche, radikale Zionisten, die auf den Entscheidungsmechanismus der USA Einfluß nehmen, zwingen Washington, entsprechend der israelischen Strategie bezüglich des Mittleren Osten zu handeln. Dies führt zu der Behauptung, daß die Interessen der USA identisch sind mit denen Israels. Denn ansonsten liegt es nicht im mittelöstlichen Interesse der USA die Denkweise der radikalen Zionisten in Israel zu unterstützen und sich deshalb gegen die arabische Welt zu stellen; vielmehr sollten die USA Israel Frieden und Ausgeglichenheit eingeben und zwischen Arabern und Israel die Rolle eines gerechten Schiedsrichters und Vermittlers übernehmen.
In Israel und Amerika, treten viele Juden für eine friedliche Koexistenz mit den Muslimen ein, und dafür, dass beide Seiten Opfer bringen müssen, um diesen Frieden zu etablieren. Juden, die für den Frieden sind, kritisieren die israelische Politik der Gewalt gegen die Palästinenser und den Irakkrieg. Tikkun, eine jüdische Organisation in Amerika, enthüllt auf ihrer Website die Fehler der voreiligen Militäraktion. Nachrichten über die Antikriegsdemonstrationen in Tel Aviv, an denen Juden und Araber teilnahmen (oben links). Ein Artikel von Rabbi Arthur Waskow, "Warum Juden gegen den Irakkrieg sein sollten" führt aus, dass das Judentum gegen jede Art von Gewalt und Krieg ist. |
Diese Anzeige der Shalom Gruppe erklärt, warum aufrichtig religiöse Juden gegen den Krieg sein müssen. Unten finden Sie den Text des Aufrufes “Schnell zum Frieden |
Jedoch liegt eine Auseinandersetzung mit den Muslimen auch nicht im Interesse Israels. Sowohl Juden wie auch Christen und Muslime haben das Recht, auf diesem Boden ihre Gebete zu verrichten und dort zu leben. Die israelische Regierung beläßt es allerdings nicht dabei, mit der von ihr verfolgten Politik die Muslime zu unterdrücken, sondern versetzt auch Christen und Juden in Besorgnis. Würde Israel sich, anstelle sich ständig mit dem gesamten Mittleren Osten im Kriegszustand zu befinden, sich aus den besetzten Gebieten zurückziehen und einen echten Friedensschluß wählen, dann wäre dies sowohl für die eigene Bevölkerung wie auch für alle Völker des mittleren Osten viel besser. Die Atmosphäre eines Dauerkrieges schlägt ohne Zweifel auf Israel zurück, so daß Israel zum Ziel des Radikalismus wird, den es selbst nährte, unschuldige israelische Zivilisten Terror-Anschlägen ausgesetzt sind und in Sorge leben. Deshalb ist die geistige Auseinandersetzung mit der Einstellung der radikalen Zionisten, die den Mittleren Osten in einen Krieg treiben und sogar einen globalen "Zusammenprall der Zivilisationen" anzustiften versuchen, auch notwendig für die Sicherheit der 4,5 Millionen israelischen Staatsbürger. Es darf nicht vergessen werden, daß der radikale Zionismus für das Ziel der Gründung eines israelischen Staates in Palästina alle nichtjüdischen Bewohner dieser Region mit Gewalt und Terror aus ihrer Heimat vertreiben und falls notwendig, sogar einen Völkermord begehen wird. Es ist eine rassistische, chauvinistische und okkupatorische Ideologie. Falsche Informationen führen jedoch dazu, daß der Zionismus manche Menschen in der christlichen wie auch der jüdischen Welt beeindruckt. Es ist die Verantwortung eines jeden Menschen, denjenigen die von der zionistischen Propaganda beeinflusst sind zu zeigen, welch großen Fehler sie begehen und diese auf den rechten Weg zu führen. Hierfür ist es jedoch erforderlich, daß aufrichtig religiöse Juden, gewissenhafte Christen und Muslime gemeinsam vorgehen. Die Menschen werden so in der Lage sein, sich umso eher von dem radikalen Zionismus genannten Faschismus, dem Sozialdarwinismus und den okkupatorischen Ideologien zu befreien, die Wahrheit zu sehen und somit ein großes Hindernis zu beseitigen, das sich vor den Weltfrieden stellt; Befürworter der Gewalt werden so zu Verteidigern des Friedens.
Wir rufen die Amerikaner zum Fasten auf um den wahren Frieden zu suchen und zu beten. Mit dem Namen Gottes, der uns Frieden und Gerechtigkeit befahl und der verzeiht... Gott befahl uns Frieden zu suchen und für den Frieden zu arbeiten. Mit großer Sorge sehen wir, daß weder die irakische Führung noch die amerikanische Regierung diesen Befehl Gottes als Hauptziel betrachtet... Gott befielt uns, unsere Nachbarn zu lieben, Fremde gut zu behandeln und anderen das nicht anzutun, was wir selbst nicht möchten... Gott will, daß wir die Hungrigen speisen, den Wohnungslosen eine Wohnung geben, die Armen kleiden, die Welt verschönern und unsere Seelen und unseren Verstand frei machen... Gott befiehlt uns, nachzudenken bevor wir handeln und zu beten. Mit Traurigkeit erkennen wir, daß dieser Krieg, für dessen Beginn es keine ausreichenden Beweise und Überzeugungen gibt, auch unserern eigenen Familien Tod bringt. Dieser Krieg wird die Region, in der sich viele Orte befinden, die unser Glaube und unsere Traditionen als heilig betrachten, verbrennen und zerstören. In diesem Moment der großen Gefahr wenden wir uns zu Gott...28
Saddam Hussein ist einer der Menschen, die den "arabischen Sozialismus", der in den 1960er Jahren in der arabischen Welt aufkam in die falsche Richtung lenkte. Der arabische Sozialismus ist eine übermäßig nationalistische Bewegung, die die fanatische Linke der Dritten Welt vereinigt und die Sowjetunion als Stütze betrachtete. Die Weltanschauung der arabischen Sozialisten wurde vom sowjetischen stalinistischen Regime und dessen Lehre geprägt und entwickelte aggressive, unterdrückerische und kriegerische Politik. Saddam war ein Militanter der Baat Partei, die der irakische Vertreter dieser Ideologie war. Während seiner Jugend führte er mit der von ihm organisierten Terrorgruppe Cihaz Han Attentate auf Gegner der Baat Partei aus. Nach dem ersten Putsch der Baat Partei 1963 wurde unter der Leitung von Saddam ein Verhörzentrum eingerichtet und es wurden dort zahlreiche Menschen schrecklichen Folterungen unterzogen. Es ist bekannt, daß Saddam neue Foltertechniken entwickelte.
Saddam Hussein hatte durch die stalinistische Ideologie eine unbarmherzige Persönlichkeit entwickelt.1980 griff er den Iran an und begann einen 8 Jahre dauernden blutigen Krieg. 10 Jahre später besetzte er Kuwait. Gegen Oppositionelle im eigenen Land ging er grausam vor. Der Giftgasangriff auf das nordirakische Dorf Halepçe im Jahre 1988, bei dem 5000 Menschen in schrecklicher Weise ums Leben kamen, ist eines der Verbrechen des Saddam Regimes gegen die Menschlichkeit.
Heute ist Saddam endlich entmachtet, allerdings sind die Strategien nach dem Krieg von großer Bedeutung. Um einen dauerhaften Frieden im Mittleren Osten zu errichten ist es keine Lösung, Saddam als eine Art Ungeheuer darzustellen, sondern man muß sich darum bemühen, die Ideologien und Bedingungen aufzulösen, die ihn zu Gewalt und Unbarmherzigkeit führten. Was Saddam zu einem blutigen Diktator machte, war die von ihm verteidigte radikale Ideologie der Baat-Partei, die glaubte jedes Problem mit Gewalt lösen zu können. Um die arabische Welt von dieser Ideologie zu befreien, und an deren Stelle wie vom Islam gefordert, barmherzige, liebevolle, menschliche, kultivierte Individuen zu erziehen, bedarf es einer umfangreichen und Aufklärungs- und Ausbildungspolitik. Eine Gesellschaft, die die Quranische Moral in ihrer ganzen Bedeutung lebt, wird niemals Problemen solcher Art begegnen.
Die Lösung des Problems liegt darin, den Menschen die wahre Religion zu erklären.
Manche Kreise in der amerikanischen Regierung versuchen, Stabilität und Ordnung im Mittleren Osten durch Krieg sicherzustellen. Folgt man ihrer Politik, so folgt ein Krieg auf den anderen, und das so genannte Ziel, Sicherheit herzustellen, wird die gesamte Region näher an den Rand des Krieges bringen. Die Islamische Union jedoch wird die Möglichkeit von Krieg eliminieren und dadurch die Existenz einer permanenten Ordnung ermöglichen. |
Dieser Krieg, der großes Leid und Verheerung über die Welt bringen wird, wird Ursache für die Erschütterung der internationalen Ordnung und des Aufbaus der Welt sein; er wird nicht nur die Menschen dieser Region, sondern alle Menschen betreffen. Natürlich besitzen die USA und die anderen Staaten dieser Welt das Recht, ihre nationalen Interessen zu schützen. Wenn zudem Gefahren wie zum Beispiel Terrorismus hinzukommen, der die Sicherheit der gesamten Welt bedroht, dann erhöhen die Stärkung multilateraler Abkommen zur Zusammenarbeit und die Sicherung der internationalen Allianz die Erfolgsquote. Der zu verfolgende Weg darf also nicht in dem Bemühen liegen, Gewalt mit Gewalt zu unterdrücken, sondern muß durch Unterstützung der demokratischen Kräfte zur Verringerung von Gewalt und zur Beilegung der Auseinandersetzungen führen. Dann wird das 21. Jahrhundert zu einem Jahrhundert des Wohlstands und der Sicherheit der Nationen. Das Ziel, eine neue Weltordnung durch ständige Kriege und eine Philosophie wie "Der Starke hat recht und wird Herrscher" begründen zu wollen, muss aufgegeben werden.
Um diese Allianz zu sichern, müssen die westlichen Länder alle ihre Vorurteile beiseite lassen und die islamische Welt näher kennenlernen; auch die Muslime müssen eine Union formieren und beginnen, eine gemeinsame Politik zum Aufbau der Islamischen Welt entwickeln. Mit Hilfe von Kultur- und Ausbildungsprogrammen, die beide Seiten organisieren, können die jeweils falschen Einstellungen korrigierenaufgehoben werden. Radikalismus ist ursächlich ein Problem, das aus mangelnder Bildung entsteht. Wenn mit Ausbildungsprogrammen sichergestellt wird, daß die westliche Welt den Islam richtig versteht und mancher Aberglaube der Islamischen Welt verschwindet, dann werden am Ende gegenseitige Toleranz und beiderseitiges Verständnis herrschen. Die grundlegenden Feinde von Toleranz, Frieden und Sicherheit, Haß, Wut und Ärger werden aufgehoben und der Aufbau einer Kultur des gemeinsamen Lebens wird in Frieden gesichert sein. Dank dessen wird, anstelle der Behauptungen, die von einem Zusammenprall der Zivilisationen sprechen, Frieden unter den Kulturen herrschen. Ebenso wie in der Geschichte die Griechen von den Babyloniern, die Phönizier von den Ägyptern, die Araber von den Griechen, die Perser von den Zentralasiaten, die Byzantiner von den Arabern, die Westeuropäer von den Arabern und den Byzantinern beeinflusst wurden und sich weiterentwickelten, werden die Beziehungen, die heute als Basis der Toleranz zwischen den Kulturen zu errichten sind, kulturellen Reichtum und Weiterentwicklung sicherstellen.
Es ist zu erkennen, das heute der Westen ebenso das Bedürfnis nach einer Kultur der Toleranz empfindet, wie die Islamische Welt. Denn manche Muslime haben eine fanatische Anschauung, die ein schlechtes Verhalten gegenüber anderen Religionen und Menschen anderer Nationen vorsieht, obwohl dies gegen die Quranische Moral ist. Doch waren die Islamischen Gesellschaften insbesondere zu Zeiten des Propheten, aber auch während der gesamten weiteren Geschichte Zentren von Gerechtigkeit und Toleranz. Die Geschichte der vergangenen 1400 Jahre ist voller Beispiele, wie Christen und Juden, die in anderen Ländern der Unterdrückung ausgesetzt waren, Zuflucht bei den Muslime suchten. Es ist erforderlich, daß die Muslime indem sie sich diese Tatsachen vor Augen halten ein für die gesamte Welt gültiges Modell entwickeln, das die vom Quran befohlene Moral und das Vorbild des Lebens des Propheten Muhammad (s.a.w.s) zur Grundlage hat. Dann wird sich die Islamische Welt nach ihren eigenen Werten ordnen und entwickeln. Der Vorreiter jedoch wird die zu gründende Islamische Union sein.
Das schönste Beispiel dazu ist wie immer unser Prophet (s.a.w.s). Muhammad (s.a.w.s) verhielt sich Juden und Christen gegenüber stets höchst gerecht und barmherzig und wünschte die Entwicklung eines Umfeldes, in dem sich die Beziehungen zwischen den Angehörigen der göttlichen Religion und der Muslime auf Liebe und Versöhnung stützten. Zur Zeit des Propheten und auch später wurden Vereinbarungen getroffen und Garantien gegeben, die Christen und Juden ihre Religion in der von ihnen gewünschten Form erlaubten und das Fortsetzen der Existenz von freien Glaubensgemeinschaften sicherstellte. In den ersten Jahren des Islam flüchtete sich ein Teil der Muslime, die unter der Unterdrückung der mekkanischen Götzenanbeter litten, zu dem christlichen König Nedschaschi von Äthiopien und die Gläubigen, die mit unserem Propheten (s.a.w.s) nach Medina auswanderten, entwickelten mit den in Medina lebenden Juden ein Modell des Zusammenlebens, das allen späteren Generation als Vorbild diente. Die Toleranz, die während der Verbreitung des Islam den Juden und Christen Arabiens gegenüber an den Tag gelegt wurde, ging in die Geschichte ein als ein Beispiel für Toleranz und Gerechtigkeit der Muslime gegenüber den Anhängern der Buchreligionen.
Zum Beispiel schrieb der Prophet (s.a.w.s) im Text einer Vereinbarung für den Christen Ibn Harris b. Ka’b und dessen Anhänger: "Alle Religionen, Kirchen, Lebewesen, die weibliche Ehrbarkeit sowie Hab und Gut der im Osten und im Westen lebenden Christen stehen unter dem Schutz Gottes, des Propheten und aller Gläubigen. Kein Christ darf durch Zwang zum Islam bekehrt werden. Wenn auch nur ein Christ unter irgendeinem Verbrechen oder einer Ungerechtigkeit zu leiden hat, dann sind die Muslime gezungen, ihm zu helfen." Danach las er den Vers: "Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen, die unrecht handeln. Und sprecht: "Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe. Und Ihm sind wir ergeben." (Sure al-'Ankabut, 46) 30
Mit der Verbreitung und dem Erstarken des Islams kamen die in der Region lebenden Anhänger der Buchreligionen unter die Herrschaft der Muslime. Auch in dieser Zeit setzten sich Verständnis und Toleranz zwischen den Anhängern der Buchreligionen und den Muslimen fort. Unter der Herrschaft unseres Propheten wurden mit christlichen und jüdischen Stämmen verschiedene Abkommen getroffen, und ihnen Garantien für ihre Existenz und ihre Rechte gegeben. Hierfür sind die Sicherheiten, die den christlichen Stämmen von Dscherba und Erzuh gegeben wurden, ein Beispiel. Diese Dokumente sind Vereinbarungen in denen Rechte und Religion der Anhänger der Buchreligionen garantiert wurden, die unter die Führung der Muslime kamen und die Herrschaft des Islam anerkannten. Entstanden im Alltagsleben Probleme, so wurden sie in Hinblick auf diese Vereinbarungen gelöst. Zum Beispiel finden sich in Geschichtsbüchern Hinweise darauf, daß die Christen von Dimeschk bei einem Problem die ihnen gegebene Garantie dem damaligen Kalifen Omar vorlegten und um eine Lösung baten. 31
Bei der Durchsetzung von Gottes Gerechtigkeit verhielten sich die anderen Kalifen, die nach dem Tod des Propheten Muhammad (s.a.w.s) an dessen Stelle traten, ebenso feinfühlig wie der Prophet. In den eroberten Ländern lebten sowohl die dortige einheimische Bevölkerung wie auch die neu Hinzugekommenen in Frieden und Sicherheit.
Der folgende Befehl, den der erste Kalif, Abu Bakr, während der Eroberung Syriens ausgab, stellt ein weiteres gutes Beispiel für die Quranische Moral dar:
Ihr Menschen, ich gebe euch zehn Richtlinien, nach denen sich euere Herzen zu richten haben. Begeht keinen Verrat und weicht nicht vom rechten Weg ab. Tötet keine Frauen, Kinder und alte Menschen. Verbrennt und vernichtet keine Dattelpalmen und hackt keinerlei Obstbäume um. Tötet keine Kamele, keine Herdentiere und zerstört kein Saatgut. Hebt sie für euch selbst auf. Begegnet ihr Menschen, die sich mit dem Jenseits beschäftigen, so belaßt sie in in ihrem Einsiedlerleben. Ihr werdet Menschen begegnen, die euch die verschiedensten Speisen anbieten, eßt davon, aber vergesst nicht, euch an den Namen Gottes zu erinnern. 32
Die rasche Ausbreitung des Islam führte dazu, daß innerhalb kurzer Zeit Syrien und Ägypten, zwei wichtige Provinzen des byzantinischen Reiches, in denen zahlreiche Christen lebten, sowie der sassanidische Irak unter die Herrschaft der Muslime fiel. In dieser Zeit bezeugten die Anhänger der Buchreligionen aus nächster Nähe die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit der Muslime. In keiner einzigen unter Islamische Herrschaft fallenden Region wurde den Anhängern der Buchreligionen nahegelegt, ihre Religion zu wechseln oder ihre Traditionen aufzugeben; auch wurde in dieser Hinsicht keinerlei Druck ausgeübt. Unrechtmäßiges Vorgehen, das die vorhandene soziale Ordnung verändern oder Christen und Juden hätte schaden können, war nicht erlaubt. So kam es, daß die unterschiedlichsten christlichen Glaubensrichtungen, die von der römisch katholischen Kirche und von den Byzantinern jahrhundertelang unterdrückt worden waren, die Eroberungen durch die Muslime als Befreiung begrüßten und es vorzogen, unter deren Herrschaft zu leben. Dem Historiker Philip K. Hitti schreibt dazu:
Unter der Herrschaft des Islam erwachte der Osten von der tausend Jahre dauernden westlichen Herrschaft und fand die Möglichkeit, sich selbst auszudrücken. Überdies war die Steuer, die von den neuen Eroberern (Muslimen) eingefordert wurde, wesentlich geringer als die der alten Herrscher und die eroberten Völker erhielten die Möglichkeit, ihre religiöse Praxis in größerer Freiheit und mit weniger Auseinandersetzung auszuüben. 33
Sogar während der Zeit der ersten Kalifen und der chaotischen Jahre des Bürgerkrieges war das Vorgehen der Muslime den auf byzantinischem und persischem Boden lebenden Christen gegenüber – von Ausnahmezuständen während des Krieges abgesehen – in Aufmerksamkeit erregender Weise wohlwollend. 34
Untersucht man das soziale und religiöse Leben der Anhänger der Buchreligionen, dann zeichnet sich folgendes Bild ab:
In den Islamischen Gebieten herrschte absolute Glaubensfreiheit. Ebenso wie niemand gezwungen wurde, seine Religion aufzugeben, so wurden auch den Gesellschaften, die aufbegehrten, die gleichen Freiheiten gewährt, wenn sie wieder unter Islamische Herrschaft fielen. Die Islamische Führung mischte sich bei den Wahlen von Patriarchen und der Berufung von Geistlichen - von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht ein und garantierte in verschiedenen Abkommen überdies, sich in von jeglicher Einmischung fern zu halten. Diese Gesellschaften fuhren nach Wunsch fort, ihre eigene Sprache sowohl im Privatleben wie auch im Gebet zu benutzen So konnten zum Beispiel die Nestorianer, die sich von der byzantinischen Kirche abgespaltet hatten, das zuvor verwendete griechische Alphabet aufgeben und das syrianische verwenden. In allen christlichen und jüdischen Schulen konnte die religiöse Ausbildung fortgesetzt werden. Gleichzeitig billigte man vor allem Klöstern, aber auch anderen Schulen, die Geistliche und religiöse Führer ausbildeten – eine unabhängige Selbstverwaltung zu. In gleicher Weise wurden die Gebetshäuser der anderen Religionen von der Muslimischen Führung sorgfältig geschützt. Wähernd der Eroberungen blieben Gebetshäuser unberührt. Die Garantien für Synagogen und Kirchen wurden von der Zeit Unseres Propheten (s.a.w.s) an zu Regeln für die Abkommen, die mit den Anhängern der Buchreligionen vereinbart wurden. In Untersuchungen fand man Vertragsartikel, die die Unterbringung von Muslimen auf Reisen in den Klöstern entlang des Reiseweges betreffen. Dies zeigt, daß die Beziehungen der Muslime zu den Anhängern der Buchreligionen auf gegenseitiger Achtung beruhten und daß auf einen Dialog großer Wert gelegt wurde. Außerdem war es jederzeit erlaubt, neue Synagogen und Klöster zu bauen. Zum Beispiel wurde das St. Sergius Kloster, das sich außerhalb von Medain befindet und das bereits von dem Patriarchen Mar Amme zerstört worden war, während der Zeit des Kalifs Osman neu erbaut. Weitere Beispiele sind die Hilfe für ein von den Nestorianern erbautes Kloster durch Ukbe, dem Gouverneur von Ägypten, die Reparatur der Kirche von Urfa zur Zeit von Muawiya und die Reparatur der Markuskirche in Alexandria. Die Tatsache, daß bis heute Kirchen und Synagogen in Palästina, Syrien, Jordanien, Ägypten und im Irak existieren, ist ein Zeichen der Achtung, die die Muslime anderen göttlichen Religionen entgegenbrachten. Ein weiteres Beispiel für die Toleranz der Muslime ist das Kloster Sina im Turgebirge, das für die Christen ein wichtiger Wallfahrtsort ist, sowie die unmittelbar daneben liegende Moschee.
Diese Toleranz der Muslime resultiert zweifellos aus ihrer Befolgung der Quranischen Moral. Der Quran spricht von "Klöstern, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen Gott gedacht wird" und legt Wert auf den Schutz der Moscheen. Der entsprechende Vers teilt folgendes mit:
Die Araber ... haben uns überhaupt nicht ünterdrückt. Tatsächlich zeigten sie Achtung unserer Religion, unseren Geistlichen, unseren Kirchen und Klöstern gegenüber... 35
Aufmerksamkeit erregen nicht nur Achtung und Freiheit, die dem religiösen Glauben der Anhänger der Buchreligionen entgegengebracht wurden, sondern auch die Gerechtigkeit, die die Islamische Führung walten ließ. Das Gerechtigkeitsverständnis der Muslimischen Herrschaft war auch der Grund dafür, daß viele Anhänger der Buchreligionen die Verhandlung ihrer Klagen vor einem Muslimischen Gericht vorzogen, obwohl sie selbst über Gerichte verfügten, an denen ihre eigenen Gesetze galten. Die Zahl der Christen, die sich an ein Islamisches Gericht wandten, war manchmal so groß, das der nestorianische Patriarch Timasavus dies mit der Veröffentlichung einer warnenden Mitteilung beendete.
Die Anhänger der Buchreligionen, die in den eroberten Gebieten lebten, hatten nicht den Status von Kriegsgefangenen, sondern den eines Zimmi und damit einen rechtlichen Status. Zimmi wurden die Nicht-Muslime genannt, die die Kopfsteuer zu entrichten hatten und die Muslimische Herrschaft anerkannten. Damit wurde ihre Sicherheit an Leben und Besitz garantiert, sie profitierten von Glaubens- und Gewissensfreiheit, waren vom Militärdienst befreit, bewahrten sich das Recht, Streitfälle untereinander entsprechend ihrer eigenen Rechtsprechung zu lösen und konnten, falls notwendig, die bezahlte Kopfsteuer auch zurückerhalten. Ein großer Teil der Historiker stimmt darin überein, daß die Herrschaft über die Zimmis für die damalige Zeit in höchstem Maße tolerant und gerecht war. Der berühmte Historiker Bernard Lewis beschreibt diese Situation folgendermaßen:
Deren (die Zimmis) Situation war denjenigen weit überlegen, die eine andere Auffassung als die Kirche in Westeuropa vertrat. Die Zimmis hatten das Recht, die Bedürfnisse ihrer Religion frei auszuführen. Für ihren Glauben wurden sie niemals mit der Todesstrafe oder Verbannung bestraft. 36
Mit den Worten: "All denen gegenüber empfinde ich Feindschaft, die einen Zimmi unterdrücken oder ihm eine Last aufladen, die er selbst zu tragen nicht fähig ist" beschrieb unser Prophet (s.a.w.s) den Gläubigen das Verhalten, das sie den Zimmis gegenüber an den Tag zu legen haben. Entsprechend dieser moralischen Richtlinie betrachteten es die Muslime als eine wichtige Verpflichtung, die unter ihrer Herrschaft lebenden Zimmis zu schützen. Ein weiteres wichtiges Beispiel für die gute Moral, die der Prophet (s.a.w.s) die Muslime lehrte, ist folgendes Ereignis: Während eines Krieges mit dem byzantinischen Heer konnte das Islamische Heer die Zimmis nicht wie erforderlich schützen, so daß die Muslime die erhaltene Kopfsteuer zurückgaben. 37 Ein weiteres Beispiel für die Liebe und das Interesse, das die Muslime den Zimmis gegenüber an den Tag legten, sind die Worte, die der Kalif Omar einem alten Zimmi sagte: "Es geht nicht an, während deiner Jugend Kopfsteuer von dir einzubehalten und dich in deinem Alter aufzugeben." Es wurde nicht als Ungerechtigkeit betrachtet, wenn von den Nichtmuslimen Kopfsteuer einbehalten wurde, von den Muslimen jedoch nicht. Denn die Muslime waren verpflichtet, Militärdienst zu leisten, während die Nichtmuslime davon befreit waren.
Juden und Christen lebten jahrhunderte lang in Ruhe und Frieden gemeinsam mit Muslimen in den gleichen Städten, ja sogar in den gleichen Stadtvierteln. Anhänger der Buchreligionen wandten sich in den Muslimisch beherrschten Gebieten nach Wunsch dem Handel zu und kamen zu Besitz; ebenso wie sie Mitglieder der verschiedensten Berufsgruppen werden konnten, übernahmen sie Verpflichtungen in der Verwaltung und im Palast. Sie profitierten in höchstem Maße von der Ideen- und Gedankenfreiheit, wurden zu einem Teil des wissenschaftlichen und kulturellen Lebens und hinterließen Werke, die bis in unsere heutige Zeit überliefert sind. Sie wurden niemals in der Ausübung ihrer sozialen Rechte behindert. Wenn man bedenkt, daß zur gleichen Zeit in Europa Menschen, die unterschiedlichen Religionen und Glaubensrichtungen anhingen von der Gesellschaft ausgeschlossen, sogar getötet wurden und Bücher, die andere Ansichten enthielten, in Massen verbrannt wurden, dann ist die Dimension der Freiheit und Annehmlichkeiten, die die Islamische Herrschaft sicherstellte noch besser zu verstehen.
Der Neuaufbau der Islamischen Welt auf der Grundlage der Quranischen Moral ist nicht nur für die Muslime wichtig, sondern auch für die auf deren Boden lebenden anderen Gesellschaften wie auch für Zivilisationen außerrhalb der Islamischen Welt. Die Existenz eines starken Staates, der auf dem Fundament der Quranischen Moral ruht, wird die Bedenken der westlichen Welt bezüglich der Islamischen Welt aufheben und eine primäre Stütze des Weltfriedens sein.
Um dem Mittleren Osten Frieden zu bringen, müssen radikale arabische Gruppen unter Kontrolle gebracht werden, und Israel muss seine militante Invasions- und Imperial-Politik aufgeben. Die Union islamischer Länder kann diese Ziele erreichen. |
Sicher haben die vom Propheten Jakob (a.s) abstammenden Juden das Recht auf dem Boden ihrer Vorväter, der israelitischen Propheten zu leben und in den heiligen Gotteshäusern auf diesem Boden nach Wunsch und in Freiheit zu beten. Falsch ist es jedoch, zu diesem Zweck den Menschen gegenüber Gewalt anzuwenden, die seit jahrtausenden auf diesem Boden leben, diese aus ihrer Heimat zu vertreiben und den gesamten Mittleren Osten zu destabilisieren. Die Lösung, die die Islamische Union Israel bietet, lautet folgendermaßen:
1. Israel zieht sich aus allen besetzten Gebieten einschließlich Ost-Jerusalem zurück und schließt mit allen arabischen Ländern Frieden;
2. In dem Teil der palästinensischen Gebiete, die unter palästinensischer Verwaltung bleiben, zum Beispiel Ost-Jerusalem, el-Halil und die anderen Städte des Westjordanlandes werden die jüdischen Gebetsstätten sorgfältigst geschützt und Juden und Christen erhalten freien Zugang.
3. Die Islamische Union verhindert terroristische Anschläge auf israelische Mitbürger.
4. Die Islamische Union bekämpft sowohl im Mittleren Osten wie auch weltweit den Antisemitismus. Sie verteidigt die Ruhe und Sicherheit der jüdischen Gemeinden. Wird auf solch ümfassende Weise ein Friedensplan durchgeführt, dann wird der Mittlere Osten, in dem Ruhe seit einem Jahrhundert unbekannt ist, Frieden und Stabilität erhalten und das Geld, das bisher für Waffen und Krieg ausgegeben wurde, wird für Glück, Wohlstand, Gesundheit und Ausbildung der Menschen verwendet.